Lexikon
Deal Flow
Deal Flow bezeichnet den Strom an Investitionsmöglichkeiten, den ein Investor, Fonds oder Angel-Netzwerk über einen Zeitraum erhält. Er bestimmt, wie viele Anfragen geprüft werden können und wie groß die Auswahl für eine Beteiligung ausfällt. Die Qualität des Zuflusses zählt dabei mehr als seine Menge.

Deal Flow ist der Zufluss an Investitionsanfragen, den ein Investor oder ein Netzwerk erhält. Ein hoher Deal Flow erweitert die Auswahl, verlangt aber eine strukturierte Prüfung. Die BAND-Studie erfasst für 2023 bei einer Stichprobe von 100 Angels insgesamt 282 Deals mit einem Volumen von rund 18,8 Millionen Euro (BAND Thema im Fokus 01/2024, Stand 12/2024).
Wie entsteht Deal Flow?
Deal Flow entsteht über Netzwerke, Empfehlungen, Veranstaltungen und Plattformen, auf denen Gründer ihre Vorhaben vorstellen. Ein Investor mit gutem Ruf erhält mehr Anfragen, weil Gründer ihn gezielt ansprechen. Auch Berater, Banken und Accelerator-Programme leiten Anfragen weiter. Gründer nutzen diesen Weg, weil die Empfehlung die erste Prüfung verkürzt.
Der Zufluss schwankt je nach Markt, Konjunktur und Sichtbarkeit des Investors. Gründer erleben das in Phasen mit starkem Zulauf und in ruhigen Monaten gleichermaßen. Entscheidend ist nicht allein die Menge, sondern der Anteil passender Anfragen. Eine Anfrage außerhalb des Fokus bindet Prüfzeit, ohne dass eine Beteiligung zustande kommt.
Wodurch unterscheidet sich Deal Flow von einer Investitionsquote?
Deal Flow beschreibt die Zahl der eingehenden Möglichkeiten. Die Investitionsquote beschreibt, wie viele davon zu einer Beteiligung führen. Ein Investor mit viel Deal Flow kann dadurch eine niedrige Quote haben, weil er die Auswahl streng gestaltet.
Für Gründer bedeutet das: Eine hohe Anzahl an Gesprächen führt nicht zwingend zu einer Finanzierung. Relevant ist, ob das Startup zum Fokus des Investors passt, also Branche, Phase und Ticketgröße. Auch die Antwortzeit des Investors ist ein Signal für die Organisation hinter der Anfrage.
Welches Beispiel zeigt Deal Flow?
Ein Angel-Netzwerk erhält im Jahr 120 Anfragen. Es prüft 30 davon genauer und investiert in 6 Unternehmen. Die Investitionsquote liegt damit bei 6 geteilt durch 120, also 5 Prozent. Die Zahlen sind ein frei gewähltes Rechenbeispiel. Die BAND-Studie zeigt für ihre Stichprobe von 282 Deals im Jahr 2023 eine durchschnittliche Investition von 66.737 Euro je Deal (BAND Thema im Fokus 01/2024, Stand 12/2024).
Welche Begriffe gehören zu Deal Flow?
- Pipeline ist die Liste der Gespräche, die sich in Prüfung befinden.
- Screening ist die erste, schnelle Auswahl eingehender Anfragen.
- Investitionsquote ist der Anteil geprüfter Anfragen, die zu einer Beteiligung führen.
- Ticketgröße ist der Betrag, den ein Investor je Beteiligung einbringt.
- Fokus ist die Festlegung auf Branche, Phase und Region eines Investors.
Häufige Fragen zum Deal Flow
Wie erhöht ein Gründer seine Chancen auf Deal Flow beim Investor?
Gründer bereiten ein kurzes Profil mit Team, Markt und Kapitalbedarf vor. Der Investor soll die Anfrage in wenigen Minuten einordnen können.
Ist Deal Flow ein Qualitätsmerkmal?
Deal Flow zeigt Sichtbarkeit, aber nicht die Qualität einer Beteiligung. Prüfung und Fokus entscheiden über den Wert einer Anfrage.
Dieser Text bietet allgemeine Information und keine Anlage- oder Rechtsberatung. Investitionsentscheidungen tragen das Risiko eines Totalverlusts. Verträge und steuerliche Folgen klären Sie mit Rechtsanwalt oder Steuerberatung.
Weiterlesen: Business Angels und Investoren, Angel-Netzwerk, Investor finden: Schritt-für-Schritt-Plan für Gründer.
Häufige Fragen
Was bedeutet Deal Flow einfach erklärt?
Deal Flow ist der Zufluss an Investitionsmöglichkeiten, den ein Investor oder ein Netzwerk über einen Zeitraum erhält.
Ist hoher Deal Flow gut für Gründer?
Hoher Deal Flow zeigt Sichtbarkeit des Investors. Entscheidend ist, ob das Startup zu Branche, Phase und Ticketgröße passt.
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