Der Plan zur Investorensuche hat fünf Schritte: Readiness prüfen, Typ bestimmen, Zielliste bauen, ansprechen, nachfassen. Die BAND-Langzeitstudie nennt für 2023 durchschnittlich 66.737 Euro je Investition bei 282 Deals (Stichprobe von 100 Angels, BAND Thema im Fokus 01/2024, Stand 12/2024). Bei 500.000 Euro Kapitalbedarf ergeben sich rechnerisch 8 Zusagen in dieser Größe; die Ansprache plant deshalb mit deutlich mehr Kontakten als Zusagen.
Ist das Startup bereit für Investoren?
Ein Startup ist investorenreif, wenn Team, Produktstand, Markt, Zahlen und alle Unterlagen belegbar vorliegen. Investor Readiness bezeichnet diesen Zustand der Gesellschaft; ohne ihn scheitern Gespräche an fehlenden Belegen und nicht an der Idee des Gründerteams.
Die Prüfung umfasst fünf Bereiche: ein vollständiges Team mit klaren Rollen, ein Produkt oder einen Prototyp, ein belegter Markt, eine Finanzplanung samt Kapitalbedarf und eine geordnete Gesellschafterstruktur. Fehlt ein Bereich, schließen Investoren das Gespräch meist ohne Angebot. Das Glossar führt den Begriff Investor Readiness.
Das Unterlagenpaket besteht aus Pitch Deck, Finanzplan und Cap Table. Das Pitch Deck stellt Idee und Markt in wenigen Folien dar, der Finanzplan zeigt Kapitalbedarf und Verwendung der Mittel, die Cap Table die Anteile der Gesellschafter. Gründer klären vorab, welche Anteile sie abgeben können.
Zur Readiness gehört die Rechnung, wie viel Geld das Startup braucht. Die Runway liefert die Grundlage: Kasse geteilt durch monatliche Netto-Burn-Rate ergibt die Monate bis zur Zahlungsunfähigkeit. Beispiel mit Annahmen der Redaktion: 90.000 Euro Kasse bei 15.000 Euro Burn Rate ergeben 6 Monate Runway.
Welcher Investorentyp passt zur Phase?
Die Phase bestimmt den Investorentyp: Vor und in der Gründung finanzieren Eigenmittel, Förderung und Business Angels, nach ersten Umsätzen Wagniskapitalgesellschaften, für spätere Runden Private Equity. Jeder Typ stellt andere Anforderungen an Reife, Zahlen und Belege der Gründer.
| Phase | Investorentyp | Besonderheit |
|---|---|---|
| Seed (Vorgründung) | Business Angels, Förderung, Akzeleratoren | Kleine Tickets, Netzwerk und Wissen |
| Early Stage (Gründung, Markteinführung) | Business Angels, Wagniskapitalgesellschaften | Belegter Markt gefragt |
| Later Stage (Expansion) | Wagniskapital, Private Equity | Umsatz und Wachstum gefragt |
Business Angels bringen neben Geld Wissen und Kontakte ein (Smart Money), wichtig sind räumliche Nähe und Vertrauensverhältnis (Wikipedia Business Angel, Abruf 21.10.2026). Die ZEW schätzte 2014 rund 7.500 Business Angels in Deutschland, die durchschnittliche Investition lag bei etwa 100.000 Euro (Zahl von 2008). Der Weg zu Angels steht in Business Angel finden und überzeugen: Netzwerke, Ansprache und Ablauf.
Wagniskapitalgesellschaften übernehmen in Deutschland typischerweise Minderheitsanteile von 20 bis 35 % und steigen meist 2 bis 7 Jahre nach dem Einstieg aus (Wikipedia Wagniskapital, Abruf 21.10.2026). Sie verlangen ein skalierbares Geschäftsmodell. Die Suche nach VC beschreibt Venture Capital: So funktioniert Wagniskapital und so sprechen Gründer Fonds an.
Wie entsteht die Zielliste?
Die Zielliste enthält 30 bis 50 Investoren, sortiert nach Passung zu Phase, Branche und Region, und ordnet jedem Eintrag einen Zugangsweg zu. Gründer pflegen sie als Tabelle mit Status, Datum der Ansprache und nächstem Schritt.
Die Rechnung zum Kapitalbedarf legt die Länge der Liste fest. Beispiel mit Annahmen der Redaktion: Bei 500.000 Euro Kapitalbedarf und der durchschnittlichen Ticketgröße von 66.737 Euro (BAND 2023, Stichprobe) sind 500.000 geteilt durch 66.737, also 7,49 Zusagen nötig. Aufgerundet bedeuten das 8 Zusagen. Bei einer Zusagequote von 1 aus 5 Gesprächen braucht die Liste mindestens 40 Gespräche.
Die Zusagequote ist eine Annahme der Redaktion und kein Marktwert. Gründer ersetzen sie nach den ersten 10 Gesprächen durch den eigenen Wert. Die BAND-Zahlen beziehen sich auf eine Stichprobe von 100 befragten Angels und beschreiben nicht den Gesamtmarkt.
Quellen für die Liste sind offene Verzeichnisse, Netzwerke von Business Angels, Portfolio-Seiten von Wagniskapitalgesellschaften und Gründer, die bereits finanziert sind. Das Investoren-Verzeichnis dieses Portals liegt unter Investoren. Einträge sind keine Empfehlung, die Aktivität einer Gesellschaft belegt nur die eigene Quelle des Investors.
Wie sprechen Gründer Investoren an?
Gründer sprechen Investoren am besten über eine persönliche Empfehlung an, alternativ per kurzer Nachricht mit Kernzahlen und einer konkreten Bitte um ein Gespräch von 20 Minuten. Das Pitch Deck geht auf Nachfrage raus, nicht unaufgefordert im ersten Kontakt.
Die Nachricht enthält vier Angaben: wer das Startup ist, welches Problem es löst, welche Kennzahl den Fortschritt belegt und welche Summe gesucht wird. Ein Satz erklärt, warum der Investor passt, etwa wegen Branchenfokus oder früheren Beteiligungen. Eine Anlage mit mehr als einem Dokument unterbleibt.
Das Pitch Deck gliedert Problem, Lösung, Markt, Geschäftsmodell, Team und Finanzbedarf. Der Aufbau der Folien steht in Pitch Deck: Aufbau, Folien und Beispiele für Startups. Gründer sprechen das Deck vorab mit zwei erfahrenen Personen durch, bevor ein Investor es erhält.
- Prüfen Sie die Investor Readiness in fünf Bereichen
- Bestimmen Sie den Investorentyp nach Phase
- Bauen Sie eine Zielliste mit 30 bis 50 Einträgen
- Berechnen Sie den Kapitalbedarf geteilt durch die Ticketgröße
- Senden Sie eine kurze Nachricht mit Kennzahl und konkreter Bitte
Wie führen Gründer Gespräche und fassen nach?
Im Gespräch erklärt der Gründer in 10 Minuten Problem, Lösung und Zahlen und beantwortet die Fragen des Investors direkt. Nach dem Termin fasst er innerhalb von 24 Stunden schriftlich zusammen, was vereinbart wurde, und nennt den nächsten Schritt.
Investoren fragen nach Team, Markt, Wettbewerb, Kundenzahlen, Kosten und dem Plan für die Mittel. Gründer antworten mit Zahlen und benennen Annahmen offen. Ausweichende Antworten zerstören Vertrauen schneller als eine ehrliche Lücke in den Daten.
Das Nachfassen läuft in einem festen Rhythmus. Die erste Nachricht kommt nach dem Gespräch, die zweite nach zwei Wochen mit einer neuen Kennzahl, etwa neuen Kunden oder einem erreichten Meilenstein. Antwortet der Investor nicht, ruht der Kontakt bis zum nächsten Meilenstein. Absagen gehören zum Prozess, der Umgang damit steht in Investoren-Absage: Was Gründer daraus lernen und wie es weitergeht.
Zusagen enden im Term Sheet. Die Klauseln und die Berechnung der eigenen Anteile prüfen Gründer vor der Unterschrift, die Verwässerung berechnet der Verwässerungs-Rechner. Rechtsanwalt oder Notar prüfen die Verträge.
Allgemeine Information, keine Beratung. Der Beitrag empfiehlt keinen Investor und keine Beteiligung im Einzelfall. Wagniskapital und Beteiligungen können zum Totalverlust führen. Zahlen aus der BAND-Studie stammen aus einer Stichprobe von 100 Personen. Rechnungen im Beitrag sind Beispiele mit Annahmen der Redaktion.
Welche Beiträge vertiefen das Thema?
Passende Beiträge zu Business Angels und Investoren: Business Angels und Investoren: Finden, überzeugen, zusammenarbeiten, Beteiligungsgesellschaft finden und prüfen: Kriterien und Fragen.
Häufige Fragen
Wie finde ich als Gründer einen Investor?
Gründer prüfen zuerst die Investor Readiness, bestimmen dann den Investorentyp nach Phase, bauen eine Zielliste mit 30 bis 50 Einträgen und sprechen die Investoren persönlich an. Nach jedem Gespräch fassen sie schriftlich nach.
Wie lang muss die Zielliste der Investoren sein?
Die Zahl ergibt sich aus Kapitalbedarf und Ticketgröße. Bei 500.000 Euro Bedarf und durchschnittlich 66.737 Euro je Investition (BAND 2023, Stichprobe) sind 8 Zusagen nötig. Mit einer Zusagequote von 1 aus 5 Gesprächen sind es mindestens 40 Gespräche.
Wann ist ein Startup bereit für Investoren?
Ein Startup ist bereit für Investoren, wenn Team, Produktstand, Markt, Finanzplan und Gesellschafterstruktur belegt sind. Pitch Deck, Finanzplan und Cap Table müssen vorliegen. Fehlt einer dieser Bausteine, verlieren Gespräche an Substanz.
Sollen Gründer Investoren kalt anschreiben?
Eine Empfehlung aus dem eigenen Netzwerk öffnet Türen am zuverlässigsten. Ohne Empfehlung hilft eine kurze, persönliche Nachricht mit Kennzahl, Summe und Bezug zum Investor. Massenanschreiben ohne jeden Bezug erzeugen selten Antworten.
Quellen
BAND Thema im Fokus 01/2024, business-angels.de, Stand 12/2024. Wikipedia: Business Angel, de.wikipedia.org/wiki/Business_Angel, Abruf 21.10.2026. Wikipedia: Wagniskapital, de.wikipedia.org/wiki/Wagniskapital, Abruf 21.10.2026. Beispielrechnungen: eigene Herleitung der Redaktion, Stand 21.10.2026.
Keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung und keine Vermittlung von Finanzprodukten. Förderangaben ohne Gewähr, maßgeblich sind die Stellen der Fördergeber. Bezahlte Einträge sind als Anzeige gekennzeichnet und keine Empfehlung.
Häufige Fragen
Wie finde ich als Gründer einen Investor?
Gründer prüfen zuerst die Investor Readiness, bestimmen dann den Investorentyp nach Phase, bauen eine Zielliste mit 30 bis 50 Einträgen und sprechen die Investoren persönlich an. Nach jedem Gespräch fassen sie schriftlich nach.
Wie lang muss die Zielliste der Investoren sein?
Die Zahl ergibt sich aus Kapitalbedarf und Ticketgröße. Bei 500.000 Euro Bedarf und durchschnittlich 66.737 Euro je Investition (BAND 2023, Stichprobe) sind 8 Zusagen nötig. Mit einer Zusagequote von 1 aus 5 Gesprächen sind es mindestens 40 Gespräche.
Wann ist ein Startup bereit für Investoren?
Ein Startup ist bereit für Investoren, wenn Team, Produktstand, Markt, Finanzplan und Gesellschafterstruktur belegt sind. Pitch Deck, Finanzplan und Cap Table müssen vorliegen. Fehlt einer dieser Bausteine, verlieren Gespräche an Substanz.
Sollen Gründer Investoren kalt anschreiben?
Eine Empfehlung aus dem eigenen Netzwerk öffnet Türen am zuverlässigsten. Ohne Empfehlung hilft eine kurze, persönliche Nachricht mit Kennzahl, Summe und Bezug zum Investor. Massenanschreiben ohne jeden Bezug erzeugen selten Antworten.
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