Lexikon
Finanzplan
Ein Finanzplan ist die zahlenbasierte Planung eines Unternehmens für die nächsten Jahre. Er verbindet Einnahmen, Ausgaben, Investitionen und Finanzierung zu einer Übersicht über Gewinn, Liquidität und den benötigten Kapitalbedarf. Startups brauchen ihn für Gespräche mit Banken, Förderstellen und Investoren, weil dort jede Zahl geprüft wird.

Ein Finanzplan zeigt in Zahlen, wie sich Einnahmen, Ausgaben, Investitionen und Finanzierung eines Startups entwickeln. Er besteht meist aus einem Erfolgsplan, einem Liquiditätsplan und einer Kapitalbedarfsrechnung. Geldgeber nutzen ihn, um den Kapitalbedarf bis zum nächsten Meilenstein zu prüfen. Ein Finanzplan ist eine Prognose, keine Garantie.
Wodurch unterscheiden sich Erfolgs- und Liquiditätsplan?
Der Erfolgsplan zeigt Umsatz, Kosten und Gewinn oder Verlust je Periode. Er bildet die Ertragsrechnung ab. Der Liquiditätsplan zeigt dagegen, wann Geld eingeht und ausgegeben wird. Ein Unternehmen kann im Erfolgsplan Gewinn ausweisen und trotzdem zahlungsunfähig sein, wenn Kunden spät zahlen. Deshalb gehören beide Pläne in jeden Finanzplan.
Die Kapitalbedarfsrechnung verbindet beide Pläne. Sie zeigt den tiefsten Punkt des Kassenbestands und damit den Betrag, den das Unternehmen bis zur Gewinnschwelle benötigt. Dieser Betrag ist die Zahl, auf die Geldgeber zuerst schauen.
Welches Beispiel zeigt einen Monat im Liquiditätsplan?
Rechenbeispiel (frei konstruiert): Im ersten Monat fließen 12.000 Euro Einnahmen, und 30.000 Euro gehen für Personal, Miete und Software ab. Der Kassenbestand sinkt um 18.000 Euro. Startet das Unternehmen mit 150.000 Euro, liegt der Kassenbestand nach dem ersten Monat bei 132.000 Euro. Wiederholt sich dieser Wert, reicht die Kasse für gut sieben Monate.
Der Liquiditätsplan verschiebt Zahlungen auf den Monat, in dem sie fließen. Eine Rechnung mit 60 Tagen Zahlungsziel erscheint deshalb erst zwei Monate später im Plan.
Ein Finanzplan lebt von Aktualisierungen. Vergleichen Sie jeden Monat die geplanten mit den tatsächlichen Zahlen und erklären Sie Abweichungen über zehn Prozent. Diese Gegenüberstellung zeigt Geldgebern, dass die Planung auf echten Daten beruht und nicht nur auf Wunschwerten.
Welche Begriffe gehören zum Finanzplan?
- Erfolgsplan stellt Umsatz, Kosten und Ergebnis je Zeitraum dar.
- Liquiditätsplan zeigt Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge monatlich.
- Kapitalbedarf nennt den Betrag, der bis zur Gewinnschwelle fehlt.
- Annahmen sind die Grundlagen wie Preise, Mengen und Zahlungsziele.
- Sensitivitätsanalyse prüft, wie sich das Ergebnis bei veränderten Annahmen verändert.
Ein Finanzplan umfasst außerdem eine Übersicht der Finanzierungsquellen. Dazu gehören Eigenkapital, Darlehen, Zuschüsse und Beteiligungen, jeweils mit Betrag und Zeitpunkt. Diese Liste zeigt, wann welche Mittel verfügbar sind und ob Lücken zwischen Bedarf und Zusagen entstehen.
Häufige Fragen zum Finanzplan
Für welchen Zeitraum erstellt man einen Finanzplan?
Für die ersten zwei Jahre planen Startups oft monatlich, danach jährlich. Die Auswahl richtet sich nach Geschäftsmodell und Finanzierungsrunde. Geldgeber erwarten einen Zeitraum, der den nächsten Meilenstein abdeckt.
Welche Annahmen gehören in den Finanzplan?
Nennen Sie Preise, Absatzmengen, Zahlungsziele, Personalkosten und Investitionen. Jede Annahme braucht eine Begründung, zum Beispiel einen Vergleichswert oder ein Ergebnis aus einem Pilotversuch.
Reicht eine Tabelle für den Finanzplan?
Eine Tabelle genügt, wenn die Formeln nachvollziehbar sind und die Annahmen getrennt stehen. Entscheidend ist, dass Sie jede Zahl erklären können.
Weiterlesen: Businessplan und Pitch: Unterlagen für Geldgeber, Runway und Businessplan erstellen: Gliederung, Vorlage und Beispiel für Gründer.
Allgemeine Information, keine Steuer-, Finanz- oder Rechtsberatung. Alle Zahlen im Beispiel sind frei konstruiert. Für die steuerliche Gestaltung Ihres Finanzplans wenden Sie sich an eine Steuerberatung.
Häufige Fragen
Für welchen Zeitraum erstellt man einen Finanzplan?
Für die ersten zwei Jahre plant man oft monatlich, danach jährlich. Der Zeitraum muss den nächsten Meilenstein abdecken.
Welche Annahmen gehören in den Finanzplan?
Preise, Absatzmengen, Zahlungsziele, Personalkosten und Investitionen. Jede Annahme braucht eine Begründung.
Reicht eine Tabelle für den Finanzplan?
Eine Tabelle genügt, wenn Formeln nachvollziehbar sind und die Annahmen getrennt stehen.
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