Lexikon
Eigenkapital
Eigenkapital ist der Teil der Finanzierung, den Gründer und Gesellschafter selbst in ein Unternehmen einbringen, etwa als Bareinlage oder Sacheinlage in das Stammkapital. Es bleibt dem Unternehmen dauerhaft erhalten, muss nicht zurückgezahlt werden und haftet bei Verlusten vor den Gläubigern.

Eigenkapital ist das Geld, das Gründer und Gesellschafter selbst in ein Unternehmen einbringen. Es wird nicht zurückgezahlt und erscheint in der Bilanz auf der Passivseite. Bei einer GmbH bildet das Stammkapital den Kern, und es beträgt mindestens 25.000 Euro (GmbHG § 5, Stand 21.10.2026). Bei der UG (haftungsbeschränkt) ist ein geringeres Stammkapital möglich (GmbHG § 5a, Stand 21.10.2026).
Was zählt zum Eigenkapital?
Eigenkapital umfasst alle Mittel, die Gesellschafter dem Unternehmen dauerhaft überlassen. Dazu gehören das gezeichnete Kapital, also bei einer GmbH das Stammkapital, sowie Kapitalrücklagen und Gewinnrücklagen. Die Einlage kann in Geld oder in Sachwerten erfolgen. Bei Sacheinlagen müssen im Gesellschaftsvertrag Gegenstand und Nennbetrag festgelegt und ein Sachgründungsbericht vorgelegt werden (GmbHG § 5, Stand 21.10.2026).
Der Eigenkapitalanteil sagt aus, wie stark ein Unternehmen auf eigene Mittel stützt. Ein hoher Anteil verringert die Abhängigkeit von Kreditgebern. Banken prüfen diese Quote regelmäßig, wenn sie einen Kredit bewerten. Für Gründer ist das Eigenkapital zudem der Nachweis, dass die Gesellschafter selbst Risiko tragen.
Wodurch unterscheidet sich Eigenkapital von Fremdkapital?
Eigenkapital gehört den Gesellschaftern und wird nicht zurückgezahlt. Dafür erhalten die Gesellschafter Anteile am Unternehmen und am Gewinn. Fremdkapital stellen Gläubiger zur Verfügung, etwa Banken, und es muss mit Zinsen zurückgezahlt werden. Gläubiger haben einen Anspruch auf Rückzahlung, Eigenkapitalgeber haben nur Anspruch auf ihren Anteil am Ergebnis.
Bei Verlusten mindert sich zuerst das Eigenkapital. Erst danach trifft der Verlust die Gläubiger. Deshalb gilt Eigenkapital bei Kreditgebern als Puffer. Wer ein Startup finanziert, wählt meist eine Mischung aus beiden Formen. Die Gewichtung hängt von Phase, Branche und Sicherheiten ab.
Welches Beispiel zeigt Eigenkapital?
Ein Gründerteam gründet eine GmbH und bringt das gesetzliche Mindeststammkapital von 25.000 Euro ein. Zur Anmeldung muss auf jeden Geschäftsanteil mindestens ein Viertel des Nennbetrags eingezahlt sein, insgesamt also mindestens 12.500 Euro (GmbHG § 7, Stand 21.10.2026). Im Rechenbeispiel stellt das Team 25.000 Euro als Eigenkapital bereit und finanziert zusätzlich 75.000 Euro über ein Darlehen. Das Eigenkapital beträgt dann ein Viertel der Gesamtfinanzierung von 100.000 Euro, also 25 Prozent. Dieses Zahlenbeispiel dient nur der Veranschaulichung.
Welche Begriffe gehören zu Eigenkapital?
- Stammkapital ist die Summe aller Geschäftsanteile einer GmbH.
- Geschäftsanteil ist der Anteil eines Gesellschafters am Stammkapital.
- Kapitalrücklage ist Eigenkapital, das über den Nennbetrag hinaus eingezahlt wird.
- Gewinnrücklage ist der nicht ausgeschüttete Teil des Jahresergebnisses.
- Einlage ist der Beitrag eines Gesellschafters in Geld oder Sachwerten.
Häufige Fragen zu Eigenkapital
Muss Eigenkapital zurückgezahlt werden?
Eigenkapital wird dem Unternehmen dauerhaft überlassen. Eine Rückzahlung erfolgt nur über Ausschüttungen, Kapitalherabsetzung oder den Verkauf von Anteilen an Dritte.
Ist Eigenkapital für ein Startup Pflicht?
Bei einer GmbH schreibt das Gesetz ein Mindeststammkapital von 25.000 Euro vor. Bei der UG (haftungsbeschränkt) reicht ein geringerer Betrag.
Dieser Text bietet allgemeine Information und keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Bei Gesellschaftsvertrag, Einlagen und Steuerfragen wenden Sie sich an Steuerberatung, Rechtsanwalt oder Notar. Gesetzesangaben stammen aus den Stand-Angaben in der Quellenliste des jeweiligen Abschnitts.
Weiterlesen: Finanzierungsarten, Fremdkapital, Gründung ohne Eigenkapital finanzieren: Wege und Grenzen.
Häufige Fragen
Muss Eigenkapital zurückgezahlt werden?
Eigenkapital bleibt dem Unternehmen dauerhaft erhalten. Gesellschafter erhalten Erträge über Gewinnausschüttungen oder einen Verkauf ihrer Anteile.
Wie hoch ist das Stammkapital einer GmbH?
Das Stammkapital einer GmbH beträgt mindestens 25.000 Euro. Jeder Geschäftsanteil lautet auf einen vollen Euro-Betrag (GmbHG § 5, Stand 21.10.2026).
Keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung und keine Vermittlung von Finanzprodukten. Förderangaben ohne Gewähr, maßgeblich sind die Stellen der Fördergeber. Bezahlte Einträge sind als Anzeige gekennzeichnet und keine Empfehlung.