Lexikon
Fremdkapital
Fremdkapital sind Mittel, die Gläubiger wie Banken oder Förderbanken dem Unternehmen zur Verfügung stellen. Es muss zu einem vereinbarten Zeitpunkt mit Zinsen zurückgezahlt werden und begründet keine Beteiligung am Unternehmen. Gläubiger bleiben Gläubiger, sie werden nicht Gesellschafter.

Fremdkapital ist Geld, das ein Unternehmen von Gläubigern leiht. Dazu zählen Bankdarlehen, Förderkredite und Lieferantenkredite. Es wird mit Zinsen zurückgezahlt und gibt dem Kreditgeber keinen Anteil am Unternehmen. Der ERP-Gründerkredit StartGeld war laut IHK-Merkblatt, Stand 01.01.2025, bis 125.000 Euro möglich, davon Betriebsmittel bis 50.000 Euro.
Wie funktioniert Fremdkapital im Alltag eines Startups?
Fremdkapital entsteht durch einen Vertrag zwischen Unternehmen und Gläubiger. Der Vertrag legt Höhe, Zinssatz, Laufzeit und Sicherheiten fest. Die Rückzahlung erfolgt in Raten oder endfällig. Förderkredite sehen oft tilgungsfreie Anfangsjahre vor, in denen nur Zinsen anfallen.
Für Gründer bietet Fremdkapital den Vorteil, dass die Gesellschafter ihre Anteile behalten. Das Risiko liegt beim Unternehmen, weil die Zins- und Tilgungsraten unabhängig vom Geschäftsverlauf fällig werden. Banken verlangen deshalb oft einen Businessplan, Sicherheiten oder eine Bürgschaft.
Wodurch unterscheidet sich Fremdkapital von Eigenkapital?
Fremdkapital wird zurückgezahlt, Eigenkapital nicht. Der Kreditgeber erhält Zinsen, der Eigenkapitalgeber erhält einen Anteil am Gewinn und am Unternehmenswert. Fremdkapitalgeber haben bei Verlusten einen Anspruch auf Rückzahlung vor den Gesellschaftern. Eigenkapitalgeber tragen das Verlustrisiko zuerst.
Bei Investoren wie Business Angels oder Fonds spricht man von Beteiligungskapital. Es verwässert den Anteil der Gründer, während ein Darlehen die Eigentumsverhältnisse unverändert lässt. Die Entscheidung zwischen beiden Formen betrifft deshalb Kontrolle und Liquidität zugleich.
Welches Beispiel zeigt Fremdkapital?
Der ERP-Gründerkredit StartGeld wird nicht direkt von der KfW vergeben, sondern über einen Finanzierungspartner wie die Hausbank (IHK-Merkblatt, Stand 01.01.2025). Die KfW übernimmt 80 Prozent der Haftungsfreistellung. Ein Gründer mit einem Darlehen über 100.000 Euro und einer Laufzeit von 10 Jahren mit 2 tilgungsfreien Jahren zahlt in den ersten zwei Jahren nur Zinsen. Danach beginnt die Tilgung in gleichen Raten über acht Jahre. Die genauen Konditionen legt der Finanzierungspartner fest.
Die Höhe des Fremdkapitals beeinflusst auch die Bonität. Banken prüfen Eigenkapitalquote, Umsatzentwicklung und Tilgungsfähigkeit. Je solider diese Kennzahlen, desto besser fallen Zins und Sicherheitenbedarf aus. Gründer sollten daher Zins und Tilgung in ihrem Finanzplan mit monatlichen Beträgen abbilden.
Welche Begriffe gehören zu Fremdkapital?
- Darlehen ist eine vertraglich vereinbarte Geldüberlassung auf Zeit.
- Tilgung ist die Rückzahlung des Darlehensbetrags in Raten.
- Zins ist das Entgelt für die Überlassung des Kapitals.
- Sicherheit ist ein Vermögenswert, der den Kreditgeber bei Ausfall schützt.
- Bürgschaft ist eine Haftungszusage Dritter für die Rückzahlung.
Häufige Fragen zu Fremdkapital
Verliert ein Gründer bei Fremdkapital Anteile?
Ein klassisches Darlehen verändert die Beteiligungsverhältnisse nicht. Gesellschafter behalten ihre Anteile, weil der Kreditgeber kein Gesellschafter wird.
Was passiert bei Zahlungsverzug?
Bei Zahlungsverzug kann der Kreditgeber Sicherheiten verwerten oder den Vertrag kündigen. Die genauen Folgen regelt der Darlehensvertrag.
Dieser Text bietet allgemeine Information und keine Finanzierungsberatung. Förderkonditionen ändern sich, deshalb prüfen Sie Zinssätze und Höchstbeträge vor einem Antrag bei der Hausbank oder auf der Programmseite des Fördergebers.
Weiterlesen: Finanzierungsarten, Eigenkapital, Gründerkredit beantragen: Wege über Hausbank, KfW und Bürgschaftsbank.
Häufige Fragen
Ist Fremdkapital günstiger als Eigenkapital?
Fremdkapital verursacht Zinsen, Eigenkapital verursacht einen Anteil am Gewinn und am Unternehmenswert. Welche Form günstiger ist, hängt vom Geschäftsverlauf ab.
Welche Förderkredite gibt es für Gründer?
Ein Beispiel ist der ERP-Gründerkredit StartGeld. Laut IHK-Merkblatt, Stand 01.01.2025, sind bis 125.000 Euro möglich, und die Antragstellung erfolgt über eine Hausbank.
Keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung und keine Vermittlung von Finanzprodukten. Förderangaben ohne Gewähr, maßgeblich sind die Stellen der Fördergeber. Bezahlte Einträge sind als Anzeige gekennzeichnet und keine Empfehlung.