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Lexikon

Liquidationspräferenz

Eine Liquidationspräferenz legt fest, dass Investoren bei einem Verkauf oder einer Auflösung des Unternehmens vorab einen bestimmten Betrag aus dem Erlös erhalten, bevor die übrigen Gesellschafter ausgezahlt werden. Sie wird meist als Vielfaches der Investitionssumme angegeben.

Liquidationspräferenz
Kurzantwort

Die Liquidationspräferenz regelt die Reihenfolge der Auszahlung bei einem Exit. Ein Investor mit einer 1x-Präferenz erhält zuerst den eingesetzten Betrag zurück. Erst danach werden die übrigen Gesellschafter bedient. Mehrfache Präferenzen wie 2x verschieben den Vorrang weiter zugunsten des Investors. Die Klausel wirkt nur bei einem Verkauf unter einem bestimmten Wert.

Wodurch unterscheidet sich eine 1x- von einer mehrfachen Präferenz?

Eine 1x-Präferenz gibt dem Investor das Recht, zuerst die eingesetzte Summe zurückzuerhalten. Eine 2x-Präferenz verdoppelt diesen Betrag. Bei einer nicht teilnehmenden Präferenz entscheidet der Investor, ob er die Präferenz oder seinen anteiligen Erlös wählt. Bei einer teilnehmenden Präferenz erhält er zuerst die Summe und danach zusätzlich seinen Anteil am Rest.

Die Unterschiede wirken vor allem bei Verkäufen unter der Bewertung der letzten Runde. Bei hohen Verkaufspreisen spielt die Klausel oft kaum eine Rolle, weil alle Gesellschafter ohnehin genug erhalten.

Welches Beispiel zeigt die Auszahlung bei einem Verkauf?

Rechenbeispiel (frei konstruiert): Ein Investor hat 1.000.000 Euro eingesetzt und hält 20 Prozent, mit einer 1x-Präferenz ohne Teilnahme. Das Unternehmen wird für 2.000.000 Euro verkauft. Der Investor erhält zuerst 1.000.000 Euro. Die verbleibenden 1.000.000 Euro verteilen sich auf die übrigen Gesellschafter. Ohne Präferenz hätte der Investor 20 Prozent von 2.000.000 Euro erhalten, also 400.000 Euro.

Bei einem Verkauf für 1.000.000 Euro erhält der Investor mit Präferenz ebenfalls 1.000.000 Euro, ohne Präferenz dagegen nur 200.000 Euro. Die Klausel schützt also den Investor bei schwachen Exits und verschiebt das Risiko auf die Gründer.

Die Klausel betrifft auch die Mitarbeitenden mit Optionen. Bei einem niedrigen Erlös erhalten Optionsinhaber oft wenig oder nichts, weil zuerst die Präferenz bedient wird. Das schwächt die Motivation, die Optionen aufzubauen. Gründer sprechen deshalb auch über Schwellen und Ausnahmen, bevor sie der Klausel zustimmen.

Welche Begriffe gehören zur Liquidationspräferenz?

  • Exit bezeichnet den Verkauf oder Börsengang, bei dem Gesellschafter Erlöse erhalten.
  • Teilnehmende Präferenz erhält den Vorrang und zusätzlich einen Anteil am Rest.
  • Multiplikator nennt das Vielfache der Investitionssumme, etwa 1x oder 2x.
  • Pari passu beschreibt die gleichrangige Verteilung mehrerer Präferenzen.
  • Anteilige Auszahlung verteilt den Erlös nach Anteilen ohne Vorrang.

Häufige Fragen zur Liquidationspräferenz

Was bedeutet eine 1x-Präferenz im Alltag?

Sie bedeutet, dass der Investor bei einem Verkauf zuerst den eingesetzten Betrag zurückerhält. Den Rest teilen sich die übrigen Gesellschafter nach den Regeln des Vertrags.

Ist eine teilnehmende Präferenz verhandelbar?

Ja. Gründer können die Teilnahme ausschließen oder begrenzen. Das gehört zu den wichtigsten Punkten im Term Sheet.

Wann spielt die Liquidationspräferenz eine Rolle?

Vor allem bei Verkäufen, deren Erlös unter der Summe der Investitionen liegt. Bei hohen Erlösen entfaltet die Klausel meist wenig Wirkung.

Weiterlesen: Exit, Anti-Dilution und Term Sheet: Wichtige Klauseln für Gründer verständlich erklärt.

Hinweis

Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Die Zahlen im Beispiel sind frei konstruiert. Die Ausgestaltung der Präferenz klärt ein Rechtsanwalt im Einzelfall.

Häufige Fragen

Was bedeutet eine 1x-Präferenz im Alltag?

Der Investor erhält bei einem Verkauf zuerst den eingesetzten Betrag zurück. Den Rest teilen sich die übrigen Gesellschafter.

Ist eine teilnehmende Präferenz verhandelbar?

Ja. Gründer können die Teilnahme ausschließen oder begrenzen. Das gehört zu den wichtigsten Punkten im Term Sheet.

Wann spielt die Liquidationspräferenz eine Rolle?

Vor allem bei Verkäufen, deren Erlös unter der Summe der Investitionen liegt.

Hinweis

Keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung und keine Vermittlung von Finanzprodukten. Förderangaben ohne Gewähr, maßgeblich sind die Stellen der Fördergeber. Bezahlte Einträge sind als Anzeige gekennzeichnet und keine Empfehlung.

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