Lexikon
Term Sheet
Ein Term Sheet ist ein Dokument, das die wesentlichen Bedingungen einer geplanten Beteiligung festhält, bevor die endgültigen Verträge ausgearbeitet werden. Es regelt Bewertung, Investitionssumme, Anteile und Governance, enthält aber meist nur wenige rechtlich bindende Passagen.

Ein Term Sheet hält die wichtigsten Bedingungen einer Beteiligung fest, etwa Bewertung, Investitionssumme, Anteil und Gremienrechte. Es ist die Grundlage für den späteren Beteiligungsvertrag. Die meisten Klauseln sind unverbindlich, bindend sind in der Regel Vertraulichkeit, Exklusivität und Kostenregelung. Ein Term Sheet ersetzt keinen Vertrag, und Gründer lassen es vor der Unterschrift von einem Rechtsanwalt prüfen.
Wodurch unterscheidet sich ein Term Sheet vom Beteiligungsvertrag?
Das Term Sheet fasst die Verhandlungsergebnisse in knappen Punkten zusammen. Der Beteiligungsvertrag formuliert dieselben Punkte rechtlich vollständig und mit allen Nebenabreden. Ein Term Sheet nennt daher Eckdaten, während der Vertrag die Details festlegt, die bei einem Streit gelten. Oft umfasst ein Term Sheet nur wenige Seiten, der Vertrag ein Vielfaches.
Ein Term Sheet ist eine Absichtserklärung über die Konditionen. Es verpflichtet die Parteien meist nicht zur Beteiligung. Die Bindungswirkung einzelner Passagen, etwa zur Vertraulichkeit oder zur Exklusivität während der Prüfung, hängt vom Wortlaut ab. Lesen Sie daher jede Passage auf ihre Verbindlichkeit.
Welches Beispiel zeigt eine Klausel im Term Sheet?
Rechenbeispiel (frei konstruiert): Ein Investor bietet 500.000 Euro bei einer Pre-Money-Bewertung von 2.000.000 Euro. Die Post-Money-Bewertung beträgt 2.500.000 Euro, der Investor erhält 20 Prozent. Die Klausel zur Liquidationspräferenz legt fest, dass der Investor bei einem Verkauf zuerst den eingesetzten Betrag erhält. Ob diese Regel für Sie vorteilhaft ist, hängt von der Höhe des späteren Verkaufspreises ab.
Die Zahlen sind frei konstruiert. Typische Werte in einer echten Runde unterscheiden sich stark nach Branche, Phase und Verhandlungsmacht.
Welche Begriffe gehören zum Term Sheet?
- Bewertung nennt den Unternehmenswert vor oder nach der Investition.
- Liquidationspräferenz regelt, wer bei einem Verkauf zuerst ausgezahlt wird.
- Vesting bindet Anteile der Gründer über einen Zeitraum an das Unternehmen.
- Anti-Dilution schützt Investoren bei einer späteren Runde zu niedrigerer Bewertung.
- Exklusivität verpflichtet das Unternehmen, während der Prüfung nicht mit anderen Geldgebern zu verhandeln.
Vor dem Unterschreiben klären Gründer drei Fragen: Welche Passagen binden das Unternehmen sofort, welche Rechte erhält der Investor bei einer späteren Runde und wie wirkt die Liquidationspräferenz bei einem Verkauf unter dem Bewertungsniveau. Diese Prüfung gehört zu jedem Term Sheet, unabhängig von der Größe der Runde.
Häufige Fragen zum Term Sheet
Ist ein Term Sheet rechtsverbindlich?
Meist nicht vollständig. Die Passagen zur Bewertung und Beteiligung sind unverbindlich. Vertraulichkeit, Exklusivität und Kostenregelungen können dagegen bindend sein. Prüfen Sie jede Passage vor der Unterschrift.
Welche Klauseln sind für Gründer besonders wichtig?
Wichtig sind Bewertung, Liquidationspräferenz, Gremienrechte, Vesting und Regeln für eine weitere Finanzierungsrunde. Diese Punkte bestimmen, wie Erlöse und Entscheidungen verteilt werden.
Wer erstellt das Term Sheet?
Oft legt der Investor den ersten Entwurf vor. Gründer können eigene Vorschläge einbringen. In jedem Fall empfiehlt sich eine anwaltliche Prüfung, bevor Sie einen Entwurf akzeptieren.
Weiterlesen: Vesting, Cap Table und Term Sheet: Wichtige Klauseln für Gründer verständlich erklärt.
Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Ein Term Sheet ist vor der Unterschrift von einem Rechtsanwalt zu prüfen. Die Zahlen im Beispiel sind frei konstruiert.
Häufige Fragen
Ist ein Term Sheet rechtsverbindlich?
Meist nicht vollständig. Bewertung und Beteiligung sind unverbindlich, Vertraulichkeit und Exklusivität können bindend sein.
Welche Klauseln sind für Gründer besonders wichtig?
Bewertung, Liquidationspräferenz, Gremienrechte, Vesting und Regeln für eine weitere Finanzierungsrunde.
Wer erstellt das Term Sheet?
Oft legt der Investor den ersten Entwurf vor. Eine anwaltliche Prüfung vor der Annahme ist empfehlenswert.
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